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Partnerschaftsgemeinde Ngoje

NGOJE

Ngoje-Team stellt sich vor.

Ngoje-Team stellt sich vor. 2005 startete die Partnerschaft zwischen unserer Kirchengemeinde evangelisch-lutherisch Kirchengemeinde Oldenburg in Holstein und der Partnergemeinde Ngoje in Tansania.

Ziel unserer Partnerschaftsarbeit

Die Christen in der Parnergemeinde Ngoje leben ganz anders als wir. Sie sind sehr arm, sie haben keine Elektrizität und leben von dem, was sie auf ihren Feldern in Handarbeit anbauen.
Wir sind zwar der materiell viel reichere Partner, aber auch wir profitieren sehr von der Partnerschaft.

Der Glaube an Jesus Christus ist in Tansania viel mehr im Alltag verankert, die Menschen sind fröhlich und zufrieden mit dem wenigen, das sie haben. Sie denken an uns und beten für uns. Durch E-mails, Briefe und gegenseitige Besuche sind wir im ständigen Kontakt mit unseren Partnern, speziell mit Pastor Tuvuke.

Wir wollen etwas von dem, was uns geschenkt ist, mit anderen teilen. Was nötig und sinnvoll ist, wird mit Pastor Tuvuke und unserem Kirchenvorstand abgestimmt.
Schon kleine Geldbeträge können in Tansania viel bewirken. So verdient z.B. eine Kindergärtnerin 13 € im Monat.

Hier in der Gemeinde gestalten wir Partnerschaftsgottesdienste (drittletzter Sonntag im Kirchenjahr),Benefizkonzerte, Informationsveranstaltungen und Bildervorträge, in denen wir aktuell berichten.

Projekte

Wir unterstützen den Kindergarten in Ngoje. Damit die Kinder einmal täglich eine warme Mahlzeit bekommen, spenden wir Geld für Mais. Wir zahlen auch einen Teil des Gehaltes der Erzieherin und des Erziehers, damit die Kinder gut gefördert werden.

Der Kindergarten ist bis auf die Zwischendecke, die noch fehlt so weit fertig gestellt. Aktuell ist nur eine kleine Anzahl von ca. acht Kindern im Kindegarten.

Die Gemeinde verfügt über eine mit Generator angetriebene Maismühle. Die Menschen müssen den Mais nicht mehr 3km weit tragen oder vor Ort einem kommerziellen Mühlenbetreiber Geld fürs Mahlen bezahlen.

Als Ulf Teichmann im März 2016 in Ngoje war, konnte er sich überzeugen, dass unsere Hilfe  ankommt und für den Bestimmungszweck verwendet wurde.

Reisebericht 2018

Vom 26.4. bis 11.5.2018 reisten 14 Personen unter Leitung von Pastor Tim Voß in unsere tansanische Partnerdiözese. Aus unserer Gemeinde waren sogar zwei Mitreisende dabei, Pastor Jörn Lauenroth und ich. Die Reise war anstrengend, auch wenn wir erstmals mit einem Inlandsflug von Daressalam nach Mbeya gelangten.

Am Sonnabend wurden wir überraschend zum „Sendoff“ der Tochter von Bischof Mbwilo eingeladen. Die Braut wurde mittags in der Kirche von Matamba zeremoniell aus ihrer Herkunftsfamilie verabschiedet. Es folgte ein rauschendes Fest. Erst nachdem alle ihre Geschenke abgegeben hatten, konnten wir uns verabschieden. Wir wurden mit einem Bus zurück nach Magoye gefahren, der aber kurz vor dem Ziel stehenblieb, weil der Tank leer war….

Am Sonntag besuchten wird den Gottesdienst in Magoye und nachmittags ein spontan angesetztes Chorfest, bei dem wir als Chor eingeplant waren. Pastor Ngullo war früher Pastor in Ngoje und 2011 in Deutschland gewesen. Er hatte damals bei Jörn gewohnt und lud uns nun ein, ihn zu besuchen. Er kam mit dem Motorrad, ging auf unseren Wunsch hin mit uns zu Fuß in sein Dorf Makusi und führte uns herum. Wir hatten sehr gute Gespräche unterwegs und beim Tee bei ihm. Anschließend brachte er uns wieder nach Magoye und brauste auf seinem Motorrad nach Hause.

Wir alle zusammen haben am Mittwoch und Donnerstag noch zwei weitere Gemeinden besucht, wo jeweils feierlich Gebäude eingeweiht wurden (Kindergarten, Haus für Aktivitäten der Frauen, Krankenstation). Am Donnerstag fuhr Bischof Mbwilo Jörn und mich auf seinem Heimweg in Ngoje vorbei. Er ließ sich für die weitere Fahrt von Jörn segnen.

Von Pastor und Mama Tuvuke wurden wir freudig empfangen. Wir waren beide im Pastorat untergebracht, ich in einer kleinen Kammer mit Matratze auf der Erde, Jörn im Gäste-zimmer im Gästebett mit Kuhle, das zu kurz für ihn war. Wir lebten uns aber gut ein.

Freitag besuchten wir den Kindergarten, wir hatten Bälle, Springseile und Bücher mit. Alle Kinder-garten- und Schulkinder tragen Uniformen. In Ngoje gibt es keine, weil die Eltern zu arm sind. Wir hatten lila T-Shirts mitgebracht und die Kinder haben sich riesig gefreut! Es gibt einen neuen Kindergärtner, der gerade die Schule beendet hat und einen guten Eindruck macht. Wir wollen ihm gern eine richtige Ausbildung zum Kindergärtner finanzieren.

Am Samstag gingen wir mit Pastor Tuvuke und dem Evangelisten Gideon Konga zu Fuß je 2 Stunden zur Zweigstelle der Gemeinde in Kitekelo und zurück. Wir sahen viel, führten gute Gespräche und wurden in Kitekelo sehr fröhlich empfangen. Die Gemeinde ist ganz klein, nur 20 Personen inklusive der Kinder. Jeden Sonntag macht sich der zuständige Evangelist Nuru Konga zu Fuß auf den Weg, hält dort Gottesdienst und läuft wieder zurück. Der Weg ist so steil, dass man laufen oder die viel weitere Straßenstrecke motorisiert überwinden muss.

Sonntag schließlich war festlicher Gottesdienst. Jörn taufte ein Kleinkind, er durfte das auf Deutsch tun. Beim abendlichen „Schlussgespräch“ mit Bischof Mbwilo wurde unser Eindruck bestätigt, Ngoje ist eine der ärmsten Partnergemeinden. Der Boden ist nicht gut für Kartoffeln und Kartoffeln kann man verkaufen und damit zu Geld kommen. Geld ist in Ngoje Mangelware, so dass sie auf unsere Spenden angewiesen sind. Wir hatten Geld mitgebracht für den Bau des Gemeindehauses, für Gehälter der Evangelisten und für den Kindergarten-betrieb.

Am nächsten Tag mussten wir die Uwanji verlassen. Wir fuhren in zwei Landcruisern die Berge hinunter. In der Ebene fuhr das Auto, in dem Jörn und ich saßen, plötzlich auf den Straßenrand zu, flog über den Straßengraben und setzte hart auf der nebenliegenden Schotterpiste auf. Die Lenkung war gebrochen. Wir wurden alle durcheinander geschüttelt, denn Sicherheitsgurte gab es nicht. Wir kamen mit blauen Flecken davon, Jörns Handgelenk war etwas angeschlagen. Zwei Frauen hatten Rippenprellungen, die eine stand unter Schock. Zum Glück war ein Krankenhaus in der Nähe, wo alle erstversorgt werden konnten. Von dort wurde uns auch ein – viel besserer - Landcruiser samt Fahrer zur Verfügung gestellt, der uns in den Ruaha-Park und dann nach Daressalam brachte.

Die Safari durch den Ruaha-Nationalpark war wie immer ein tolles Erlebnis, die Heimreise anstrengend. Wir brauchten lange, um all die Eindrücke, die wir gesammelt hatten, zu sortieren. Am 2.7.2018 ist Tim Voß ganz überraschend gestorben, er wurde nur 53 Jahre alt. Er war der „Motor“ der Tansania-Reisen, unermüdlich im Erklären und Übersetzen. Wir mochten ihn alle sehr und sind sehr traurig. Bitte betet/beten Sie für die Familie Voß!

Schließlich noch eine Bitte  in eigener Sache: Wir freuen uns sehr über Spenden für Ngoje. Für den Ngoje-Tisch in der Kirche suchen wir laufend schöne/nützliche Dinge und gute Bücher. Wenn Sie etwas für den Tisch haben, sprechen Sie uns bitte an. Zum Team gehören: Pastor Ulf Teichmann, Pastor Jörn Lauenroth, Peter Braasch, Susanne Claußen, Elsbeth Evers und Klara Scheibe.

Susanne Claußen