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Geistliche Impulse

An dieser Stelle finden Sie ab sofort geistliche Impulse rund um den Gott der Bibel. Verfasst und betreut werden diese Impulse von Mitgliedern unserer Gemeinde. Derzeit aktiv sind Frank Schulz und Pastor Dr. Horst Simonsen.

(Für die Inhalte der Impulse sind die Autoren verantwortlich. Sie spiegeln nicht zwingend die Ansichten der Kirchengemeinde Oldenburg wieder.)

Gott loben, das ist unser Amt!

Was es gerade nicht gibt, ist meistens besonders begehrt. Gegenwärtig ist das mit dem Singen so. "Können wir die Beerdigung nicht ganz draußen machen, damit wir wenigstens singen können?" Bis zu Corona hatte ich manchmal das Gefühl, es manchen geradezu aufdrängen zu müssen. Wie gut, dass hier in Oldenburg wenigstens manche Träger kräftig singen (wenn sie denn noch da sind).

Singen ist nicht nur schön und Tradition (und gegenwärtig nur eingeschränkt möglich), Singen durchzieht auch die Bibel. Nicht nur konzentriert im Buch der Psalmen, auch in viele andere Bücher eingearbeitet. Im Studium habe ich mal gelernt, das wahrscheinlich älteste Stück der Bibel ist das "Mirjamlied": "Hoch erhoben ist der Herr / Roß und Reiter warf er ins Meer." Und im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, finden sich immer wieder Lieder, die ausdrücken sollen, wie man schon jetzt am ewigen Lobgesang im Himmel teilhat, auch wenn die Machtfrage auf der Erde ganz anders aussieht und die Not groß ist. (Viele dieser Stücke kommen übrigens in Lobpreisliedern vor).

Es ist also wirklich etwas was fehlt, zur Zeit auf den Gesang zu verzichten. Mir persönlich leuchtet ein, dass es gegenwärtig Sinn macht, um überhaupt gemeinsam feiern zu können. Ich bin dankbar, dass das gegenwärtig Menschen von der Empore oder aus dem Altarraum machen. Aber grundsätzlich ist das schon unser aller Sache. Mit dem Staunen des Gesangs Gottes unfassbare Größe zum Ausdruck bringen. Ich freue mich darauf, dann wieder singen zu können, wenn ich damit nicht die Gesundheit anderer gefährde. "Gott loben, das ist unser Amt"

Autor: Pastor Dr. Horst Simonsen


Großer Gott, ganz nah.

Mt 28,20b „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Seit ich ein kleiner Junge war, glaubte ich an Gott. Die Vorstellung eines Schöpfers, der sich oben im Himmel um die großen Probleme der Welt kümmert, erschien mir einleuchtend. 

Mit Begeisterung las ich meine Kinderbibel und bestaunte all die großen Taten Gottes. Von dem allmächtigen Gott erwartete ich Großes. Die Erschaffung der Erde und des ganzen Universums, die Befreiung Israels aus Ägypten, der Sieg über gewaltigen Armeen oder die Erlösung der Menschheit, war genau das, was ich mit Gott in Verbindung brachte.

Persönlich betraf mich all das jedoch nicht. Ich führte ein Leben, wie es wohl viele Menschen tun. Klar gibt es einen Gott, aber der hat mit Sicherheit andere und schwerwiegendere Dinge zu tun, als sich ausgerechnet um mich zu kümmern. Weshalb sollte er sich für meine kleinen Belange interessieren?

Anfang der 1990iger Jahre traf ich einen Christen, der mich auf einen wichtigen Punkt aufmerksam machte. Er sagte mir, dass ein allmächtiger Gott doch auch in der Lage sein müsse, jedem einzelnen Menschen zu begegnen, ganz persönlich und ganz praktisch. Zunächst nahm ich diesem Christen das nicht ab. Erst nach vielen langen Gesprächen und ausführlichem Studium der Bibel kam mir Gott soweit entgegen, dass ich ihm glauben konnte.Der Glaube eines kleinen Jungen wich dem Glauben an den Gott, der seinen Sohn gab, um die Menschen von Sünde zu erlösen und der den heiligen Geist sandte, um alle Zeit bei jedem Menschen sein zu können, der an ihn glaubt. Ganz persönlich, ganz nah.

Autor: Frank Schulz


Joh 10: "Ich bin der gute Hirte"

An diesem Sonntag denken wir an das Bild von Gott als "gutem Hirten". So bekennen Menschen Gott. So stellt er sich selber durch seine Propheten vor. So bezeichnet sich auch JesusL: "Ich bin der gute Hirte" (Joh 10). Ein besonders bekanntes Stück Bibel ist sicher Psalm 23. Bei vielen zumindest noch präsent, wenn nicht mal auswendig gelernt. 

Vielleicht denken Menschen bei dem Bild zunächst an "Seelsorge" oder allgemeiner Zuwendung. Gerade in der Kritik der Propheten geht es aber auch um Leitung. Zu Leitung haben viele Menschen ein nicht ganz einfaches Verhältnis. Einerseits möchten viele Menschen gern so viel Freiheit wie möglich. Andererseits ist auch gute Leitung gefragt. Leitende sollen möglichst gute Rahmenbedingungen schaffen. Und das ist gerade in Krisenzeiten (wie jetzt) nicht leicht. 

Die Schwachen schützen - aber auch die Starken im Blick haben. Beides (!) fällt mir in der Rede über gute und schlechte Hirten als Ideal (und als Selbstanspruch Gottes) im Buch des Propheten Hesekiel (Kapitel 34) auf. Eben auch das zweite! Das ist für mich auch ein Einwand, dieses Bild hat uns nur mit unseren Schwächen im Blick. Gute Leitende können auch mit den Gaben

und Fähigkeiten von Menschen leben. Jesus nimmt für sich diese Fähigkeit, im Guten zu leiten, in Anspruch. Nicht nur im Vorstellungsgespräch wird uns die Frage gestellt: Können wir uns auch leiten lassen?

Autor: Pastor Dr. Horst Simonsen