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Geistliche Impulse

An dieser Stelle finden Sie geistliche Impulse rund um den Gott der Bibel. Verfasst und betreut werden diese Impulse von Mitgliedern unserer Gemeinde. Derzeit aktiv sind Frank Schulz und Pastor Dr. Horst Simonsen.

Für die Inhalte der Impulse sind die Autoren verantwortlich. Sie spiegeln nicht zwingend die Ansichten der Kirchengemeinde Oldenburg wieder.

Christen im Sturm

Wenn einem die Geschichte, in der Jesus über das Wasser geht (Matth. 14,22ff; Mark. 6,45ff; Joh 6,16ff) etwas lehrt, dann, dass es im Leben von Jüngern Jesu Stürme geben kann, und zwar auch dann, wenn sie etwas tun, was direkt von Jesus beauftragt wurde. Jesus verhindert keine Stürme und sie hören auch nicht auf, sobald Jesus in Sichtweite kommt. Diese Stürme hören erst dann auf, wenn Jesus sie aufhören lässt.


Kommen Christen in schwere See, ist dies also nicht gleichbedeutend mit fehlendem Segen. Probleme im Dienst für Jesus bedeuten auch nicht zwingend, dass man auf dem falschen Dampfer ist oder irgendwie doch in die falsche Richtung segelt. Fehlender Rückenwind kann andere Ursachen haben und soll ganz andere Ziele erreichen, als wir es uns im Dienst Jesu oft denken.

Diese Stürme gab es nicht nur damals in Israel, es gibt sie bis heute und wird sie geben, bis Jesus eines Tages wiederkommt. Das, was sich damals auf dem See von Tiberias ereignete, zeigt, wie wichtig es ist, dass sich Glaube in der Tat bewährt und das Vertrauen in Jesus gestärkt wird.

Die Jünger damals schnitten nicht so gut ab. Sie überschätzten ihre Probleme und sie unterschätzten Jesus. Das, was sie vom Glauben theoretisch wussten, konnten sie noch nicht so gut in die Tat umsetzen. Die Situation auf dem See war daher Teil einer ganzen Reihe an Lektionen, die Jesus ihnen für ihren weiteren Weg erteilen wollte und musste. Auch darin besteht eine Parallele zu den Jesusnachfolgern aller Zeiten.


Denken sie bitte nicht eine Sekunde, dass Jesus heute keine Stürme mehr stillt. Auch wenn wir ihn heute nicht mehr in seiner leiblichen Gestalt sehen, hat er seine Anwesenheit versprochen und dieses Versprechen zu Pfingsten eingelöst, bis heute. Sich diesem Jesus ganz und gar anzuvertrauen ist das Beste, was man machen kann.

 

Autor: Frank Schulz

 

 

 

 

 

 

24.07

„Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.“ (1. Kor. 12, 13). Paulus mahnt die Christen in Korinth, nicht in viele Grüppchen auseinanderzufallen – getrennt durch Herkunft, entsprechend unterschiedliche Sitten und Gebräuche oder Berufung auf angeblich besonders geistbegabte Täufer oder Prediger.

 

Aber bis heute ist die Taufe unter den vielen christlichen Gruppen ein besonders heikles Thema. „Täuferische“ Gruppen (wie Baptisten oder Mennoniten) bestehen darauf: Wahre Taufe kann nur bei Menschen erfolgen, die bewusst eine Glaubensentscheidung getroffen haben – je später, umso besser. In den immer noch größeren Traditions- oder Volkskirchen herrscht die Sitte der Säuglings- oder Kleinkindtaufe vor: Hier galt für viele Menschen umgekehrt: je früher, umso besser. Früher hatte das auch mit der hohen Kindersterblichkeit zu tun und der Angst, ein ungetauftes Kind kann dann nicht in den Himmel kommen. Bei Martin Luther hatte es auch damit zu tun, dass ihm gerade der Geschenkcharakter von Heil und ewigem Leben so wichtig war. Er hatte erlebt: Vermeintlich „objektive“ Handlungen trösten weniger als das Vertrauen auf die Zusage: Du bist Gottes geliebtes Kind.

 

Die Taufe, die uns einen soll, trennt im zwischenkirchlichen Gespräch eher. Deshalb wird zum Beispiel in der Evangelischen Allianz, wo sich Landeskirchen und Freikirchen begegnen, diese Frage bewusst ausgeklammert. Das ist nicht immer leicht zu ertragen. Aber es gibt offenbar unterschiedliche Wege. Gemeinsam ist uns: Gott bindet sich in seinem Wunsch, uns zu begegnen, Beziehung zu uns aufzunehmen und in dieser Beziehung zu stärken, mit dem elementaren Wasser, bedrohlich wie in der Sintflut und an der Ahr, lebensrettend wie der Schluck in der Wüste, damit wir hineingenommen werden in seine Geschichte (so der Kerngedanke in dem nicht immer leicht verständlichen Kapitel 6 von Paulus an die Gemeinde in Rom.) Lassen wir uns an diesem Sonntag an die (an unsere) Taufe erinnern.

 

Pastor i. R. Dr. Horst Simonsen, Oldenburg